VMworld 2015 in Barcelona: Nicht die Großen werden die Kleinen schlagen, sondern die Schnellen die Langsamen

19.11.2015 – Mit diesem Zitat von Eric Pearson, CIO der InterContinental Hotel Group, aus dem Einführungsvideo seiner Keynote eröffnete VMware CEO Pat Gelsinger Mitte Oktober die VMworld 2015 in Barcelona, an der fast 10.000 VMware-Kunden und -Geschäftspartner teilnahmen. Damit würde die Übergangsphase, in der sich Wirtschaft und IT-Branche derzeit befänden, perfekt beschrieben. 42 Prozent der Weltbevölkerung, so Gelsinger weiter, sind mittlerweile online, bis zum Jahr 2019 werden es wohl 50 Prozent sein.

Dieses rasante Wachstum führt zu einem immer größeren Stellenwert der IT, die mittlerweile in den meisten Lebensbereichen zu finden ist. Vor dem Hintergrund einer rasch fortschreitenden digitalen Transformation in vielen Branchen mit neuen Geschäftsmodellen, die maßgeblich von einer leistungsfähigen IT abhängig sind, wird die IT zukünftig immer häufiger sogar die Rolle eines „Treibers“ für diese neuen Business-Modelle übernehmen. Wie diese Rolle heute im Finanzdienstleisterbereich aussehen kann, wurde in einem kurzen „Einspieler“ am Beispiel der Bank ING Diba erläutert.

Die IT muss sich deshalb schon jetzt, so Gelsinger weiter, auf sich immer schneller verändernde Marktbedingungen einstellen und darüber hinaus jede Applikation auf jedem Endgerät verfügbar machen. Das Buzzword „Any Application – Any Device“ zog sich neben dem Veranstaltungsmotto „Ready for Any“ wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.

Mit ihrer zukünftigen neuen Rolle als interner IT Service Provider im Unternehmen steht die IT allerdings vor der Herausforderung, gerade im Bereich Business Service Management neue Wege zu gehen.

IT Business Management Office: IT als Business

Ein insbesondere aus amasol-Sicht interessantes Konzept, das auf der VMworld 2015 diskutiert wurde, ist das IT Business Management Office.

„Management Offices“ kennt man aus den Bereichen Projektmanagement (PMO) und Service Management (SMO), das ITBMO überträgt nun dieses Konzept auf den Bereich IT Business Service Management.

Ziel ist es, nicht länger IT nur zu betreiben und Services zur Verfügung zu stellen, sondern ein (virtuelles) Team aus den Bereichen IT, Business und Finance zusammenzustellen, das Maßnahmen konzipiert und umsetzt, die dazu führen, die IT in einen business-orientierten, service-basierten und nutzen-fokussierten Dienstleister zu transformieren. Dies spielt insbesondere für interne IT Service Provider eine zentrale Rolle, denn in vielen Unternehmen ist diese Transformation weg vom reinen Lieferanten (Kostenstelle) hin zum service-orientierten Dienstleister bereits im Gange.

In einem ersten Schritt wird dazu gemeinsam eine Vision entwickelt und eine Vorgehensweise definiert, wie die IT wie ein Dienstleister geführt werden kann, der den Fachabteilungen noch mehr Nutzen in einer Art und Weise zur Verfügung stellt, die möglichst ökonomisch ist. Danach definiert der interne Service Provider seine Services – Umfang, Kosten, Vermarktung – und bietet diese den Fachabteilungen an. Die Arbeitsweise verändert sich damit von einer projektgetriebenen Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen hin zu einem service-basierten Angebot für die Fachabteilungen.

VMware hat für diesen Bereich ein eigenes Beratungsteam zusammengestellt, erste Kundenprojekte wurden auf der VMworld bereits vorgestellt. Im Rahmen dieser Projekte kommt dann auch die von amasol in Kunden-Projekten eingesetzte Lösung vRealize Business für die Bereiche IT Financial Management und Service Quality Management zum Einsatz.

Einen Überblick über das ITBMO-Konzept vermittelt der Beitrag im VMware-Blog

Cloud, Virtualisierung, Mobile Computing – die Highlight-Themen auf der VMworld 2015

Ein weiteres wichtiges Thema auf der VMworld 2015 war natürlich das Thema Cloud Computing. VMware zeigte Lösungen, mit denen es möglich ist, unterschiedliche Cloud-Betriebsmodelle (private, public, hybrid) zentral auf einer Management-Plattform zu verwalten und dabei auch unterschiedliche Service Provider wie zum Beispiel Amazon AWS in diese Plattform zu integrieren.

Im Rahmen einer Demo wurde auf der VMworld gezeigt, wie ein Teil einer Netzwerk-Infrastruktur als On-Premise-Netzwerk und ein anderer Teil in der Amazon Public Cloud betrieben wird, die Gesamtinfrastruktur aber über eine zentrale Management-Plattform betrieben und verwaltet werden kann.

Arbeitet der externe Dienstleister dann auch noch auf einer VMware-Plattform, so ermöglicht die bisher aus dem Rechenzentrums-Betrieb bereits bekannte VMware-Funktion vMotion sogar im laufenden Betrieb das Auslagern von VMware-Workloads an diesen externen Dienstleister.

Neu im Bereich Virtualisierung ist die Weiterentwicklung der Netzwerk-Virtualisierung als Ergänzung zur Server-Virtualisierung. Netze folgen zukünftig nicht mehr nur physikalischen Regeln, ein (virtueller) Stack kann mittlerweile auch automatisiert angelegt und gesteuert werden. Alle Einstellungen (Netzwerk, Security, etc.) werden dabei automatisch übernommen. Damit wird die Vision vom „software-defined data center“ zu Realität, denn zukünftig kann damit eine komplette Rechenzentrums-Infrastruktur (Server, Netzwerk, Security) virtualisiert und über eine zentrale Managementkonsole verwaltet werden.

Für den Security-Bereich bedeutet dies, dass die zentralisierten hypervisor-basierten Security-Funktionen neben virtuellen Servern (Beispiel: zentrale Virenprüfung) ab sofort auch Netzwerke (virtuelle Switches und Router) und Firewalls (Beispiel: Micro Segmentation) abdecken. „Security should be built in, not bolted on“, lautete die Devise auf der VMworld 2015.

Darüber hinaus wurde Photon als neue leichtgewichtige Virtualisierungsplattform für native Cloud-Anwendungen auf Container-Basis vorgestellt. Und natürlich spielte auch der „mobile workspace“ eine zentrale Rolle. Die neuen VMware-Lösungen ermöglichen den Zugriff von jedem beliebigen Endgerät. Damit lassen sich neue, moderne Arbeitsplatzkonzepte entwickeln.

Einen Überblick über die General Session der VMworld 2015 vermitteln die beiden nachfolgenden Videos:

Fazit aus amasol-Sicht

Die VMworld 2015 bot einen umfassenden Überblick über die Weiterentwicklung der IT im Unternehmen und deren zukünftige Rolle als interner Service Provider und „Business Enabler“. Das ITBMO-Konzept weist in diese Zukunft. VMware bietet dafür die entsprechenden Lösungen, die speziell für den Einsatz in hybriden Umgebungen (On-Premise, Cloud) erweitert wurden. Darüber hinaus ist zukünftig die Virtualisierung einer kompletten IT-Infrastruktur möglich, diese kann über eine einheitliche Managementplattform zentral verwaltet werden. Der Weg zum „software-defined data center“ ist damit frei.

Die bei amasol-Projekten eingesetzten Lösungen vRealize Business Advanced Edition und Enterprise Edition sind weiterhin Bestandteil der vRealize Suite und damit der Cloud-Management-Strategie von VMware. Dies ist bezüglich Weiterentwicklung und Zukunft dieser Lösungen eine gute Nachricht, auch wenn es dieses Mal keine konkreten Aussagen zu neuen Funktionen auf der Roadmap gab.

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