Gartner „Magic Quadrant“: APM

Auch in diesem Jahr hat Gartner wieder den Markt der Application-Performance-Management(APM)-Anbieter evaluiert und seine Einschätzung in einem entsprechenden Bericht veröffentlicht.

Gartner prognostiziert als Rahmenbedingungen, dass bis 2024 75 % der Organisationen Infrastructure-as-a-Service(IaaS)- bzw. Platform-as-a-Service(PaaS)-Metriken der Cloud-Provider nutzen werden. Auch Open-Source-Instrumentierung wird laut Gartner immer relevanter. 70 % der Monitoring-Lösungen werden bis 2025 Open-Source-Daten einbinden, um die Kompatibilität sicherzustellen.

Dies sind Entwicklungen, die auch amasol in Kundenprojekten beobachtet. Schon heute haben wir kaum ein Projekt, in dem Cloud-Technologien (Private oder Public Cloud) keine Rolle spielt. Immer mehr Kunden ist es wichtig, auch hier eine entsprechende Abdeckung der Anforderungen zu erreichen. Gerade im APM-Bereich müssen wir aber auch immer häufiger eine Positionierung der kommerziellen APM-Lösungen gegenüber der Out-of-the-Box-Möglichkeiten von Microsoft Azure oder AWS vornehmen.

Sowohl unsere Kunden als auch wir und unsere Partner müssen sich immer wieder damit auseinandersetzen, wie Daten aus Open-Source, Out-of-the-Box-Monitoring und kommerziellen Tools zusammengeführt werden und ein möglichst einheitliches Bild über alle Datenquellen gestaltet wird.

Diese Herausforderung spiegelt auch Gartner in seinen Kriterien für die Bewertung der APM-Hersteller wider, indem eines der Kernkriterien die Integration von 3rd-Party-Datenquellen für die Analyse ist.

Unsere Partner werden von Gartner wie folgt bewertet:

Aternity

Aternity wird von Gartner im oberen linken Viertel im „Magic Quadrant for Application Performance Monitoring“ (MQ) platziert und hat sich damit von einem „Niche Player“ im letzten MQ aus dem Jahr 2020 zu einem „Challenger“ weiterentwickelt. Dabei stellt Gartner heraus, dass Aternity große Stärken im Bereich der Sichtbarkeit der Endpoints hat und auch den Bereich DEM (Digital Experience Management) fokussiert. Im Gegensatz zu anderen Anbietern fehlt bei Aternity das Angebot einer Lösung für synthetisches Monitoring.

Auch wir als amasol sehen die Stärke von Aternity ganz klar im Bereich des Endpoint- und User-Experience-Monitorings. Im Gegensatz zu anderen Herstellern im APM-Bereich hat Aternity eine Lösung, mit der auch verschiedene Rich-Client-Applikationen überwacht werden können, ohne eine (manuelle) Instrumentierung der Applikationen mit einem Agenten vornehmen zu müssen. Eine Lösung für synthetisches Monitoring kann bei Bedarf von einem spezialisierten Anbieter hinzugenommen und entsprechend im Projekt integriert werden.

Broadcom

Broadcom wird von Gartner aktuell nur noch als „Niche Player“ eingestuft, war in den Vorjahren hingegen im „Leaders“-Quadranten platziert. Diese Entwicklung liegt insbesondere am Fokus auf Großkunden: Für diese bietet Broadcom mit einem attraktiven Preismodell und guter Einbindung von 3rd-Party-Daten bei den neusten Versionen von DX APM allerdings eine gute Möglichkeit für eine APM-Lösung an. Neukunden haben es hier allerdings nicht ganz so einfach, die Plattform in Nutzung zu bringen.

amasol als Partner unterstützt alle Kunden, den optimalen Nutzen aus der Plattform zu ziehen und entsprechende Datenquellen mit den APM-Daten zu verknüpfen. So können auch künftige Features wie verstärkte Automations-Funktionen der Plattform optimal genutzt werden.

Dynatrace

Dynatrace wird auch in diesem Jahr von Gartner im „Leaders“ Quadranten platziert. In den Vorjahren war Dynatrace hier ebenfalls platziert. In diesem Jahr wird der Abstand zu den anderen Herstellern (Cisco / AppDynamics, NewRelic und Datadog) in diesem Quadranten allerdings größer. Cisco und NewRelic sind ebenfalls zum wiederholten Male im Leaders Quadranten platziert.

Für Dynatrace stellt Gartner besonders die modulare Plattform in den Fokus, die neben den Kern-APM-Funktionalitäten auch IT Infrastructure Monitoring, DEM, Business Analytics, AIOps, Cloud Automation und Application Security sowie einen einfachen Rollout des OneAgents bietet. Gartner hat allerdings auch festgestellt, dass Dynatrace ein entsprechendes Preismodell hat, das nicht produktive Umgebungen sowie Memory-lastige Applikationen nicht ausreichend berücksichtigt.

Auch wir von amasol schätzen die modulare Dynatrace-Plattform sehr. Fast in jedem Kundenprojekt gehören kundenspezifische Erweiterungen mit zum Leistungsumfang und es werden nicht nur die APM-Kernfunktionalitäten geschätzt, sondern es findet auch eine rege Nutzung beispielsweise der Infrastructure- oder Automation-Funktionalitäten statt. Hinsichtlich des Dynatrace-Preismodells unterstützen wir unsere Kunden, beispielsweise nach einem ersten Test der Plattform ein geeignetes Mengengerüst für den Einstieg und den weiteren Ausbau abzustimmen und hier einen passenden Lizenzumfang mit Dynatrace zu finalisieren. Eine Nutzung von Dynatrace nicht nur in produktiven Umgebungen, sondern auch in vorherigen Entwicklungs-Stages erleichtert die Nutzung und Adaption, verbessert aber auch wesentlich die inhaltliche Bewertung der gezeigten Metriken.

Splunk

Splunk wird mit seiner APM-Lösung von Gartner wie im Vorjahr im „Visionary“-Quadranten platziert.

Splunk baut den APM-Bereich über verschiedene Akquisitionen gerade aus und integriert die Produkte in die Splunk Observability Suite. Hier kann Splunk aus den Erfahrungen in den Bereichen AIOps und Automation profitieren und diese auch für das APM-Angebot attraktiv ausbauen. Die Integration der APM-Produkte in die Splunk-Plattform ist noch nicht abgeschlossen, weswegen die aktuellen Funktionen noch nicht unbedingt mit anderen APM-Produkten mithalten können.

Bei amasol schätzen wir Splunk seit Langem als offene Analytics-Plattform – aus der führenden Position im Bereich Log Analytics hat Splunk durch kontinuierlichen Ausbau Möglichkeiten im Bereich Security, Infrastructure Monitoring und mit der Übernahme von SignalFX auch im Bereich APM eine herausragende AIOps-Plattform geschaffen. Im Bereich APM kann Splunk z. B. bzgl. einfacher Implementierung und automatisierter Problemanalyse noch nicht mit den führenden APM-Produkten mithalten. Dafür ist die Plattform durch die einfache Integration von Daten aus anderen Quellen (Monitoring-Tools oder auch Business-Daten, z. B. zu Umsätzen, Bestellungen oder anderen Geschäftskennzahlen) im Zusammenspiel mit hervorragender Datenvisualisierung ideal als BizOps-Plattform geeignet. Gerade für Enterprise-Kunden mit sehr heterogenen Applikationslandschaften ist dies ein wichtiger Aspekt.

Neben dem Gartner „Magic Quadrant for Application Performance Monitoring“ lohnt sich auch ein Blick in den ebenfalls brandneuen Gartner „Market Guide for AIOps Platforms“ – den wir in einem der nächsten Blog-Beiträge vorstellen werden.

Friederike Thun ist Teamleiterin im Bereich APM

Autorin:
Friederike Thun