Wie das satellitenbasierte Navigationssystem Galileo von einem KPI-Management-Tool profitiert

Stephan Gruber, Service-Manager bei T-Systems Information Services GmbH, erläutert in seinem Vortrag, wie wichtig ein KPI-Management Tool (Digital Fuel von Apptio) für internationale Großprojekte wie das Satelliten-Navigations-System Galileo ist.

Zum einen können die komplexen Vertragsbeziehungen zwischen Auftraggebern, Auftragnehmern und zahllosen Subunternehmen kaum noch verwaltet werden. Zum anderen ließe sich ohne ein solches Werkzeug nicht sicherstellen, dass alle erforderlichen Funktionen und Leistungsparameter zur richtigen Zeit und am richtigen Ort erbracht werden. Auch Qualitätsmanagement und Fehlerbehebung würden ohne KPI-Management extrem zurückgeworfen.

„Es geht wahrscheinlich ohne, aber es geht besser mit“

In diesem kurzen Interview erklärt Stephan Gruber, Service-Manager bei T-Systems International wie KPI- und SLA-Management die Steuerung komplexer Projekte vereinfachen.

Was macht Projekte wie Galileo so komplex?

Ein System von 30 Navigationsatelliten zu bauen, in den Orbit zu bringen und so zu betreiben, dass sie weltweit immer auf einen Meter genaue Positionsdaten liefern, ist nun einmal nicht einfach. Hinzu kommt das Management von sehr vielen Zulieferern, die ein Netzwerk von Auftragnehmern und Subauftragnehmern bilden, die auch noch in unterschiedlichen Konsortien organisiert sind. Nehmen Sie zum Beispiel die T-Systems. Wir wurden von Spaceopal beauftragt, die das Service und Operation-Konsortium innerhalb des Galileo-Projekts bilden. Spaceopal ist wiederum ein Joint-venture aus der italienischen Telespazio und der Deutschen DLR. Das Konsortium vergibt in erster Linie Aufträge an weitere Unternehmen und deren Subunternehmen. Über der Spaceopal ist die europäische Raumfahrtbehörde angesiedelt (GSA). Sie managt das Gesamtprojekt und die Spaceopal berichtet zweimal pro Monat an die GSA. Weitere Konglomerate mit ähnlich komplexem Aufbau sind für andere Bereiche von Galileo zuständig.

Und was berichtet Spaceopal Richtung GSA?

Wir sprechen hier über 300 KPIs und Metriken. Wohlgemerkt das sind nur die Indikatoren, über die die Spaceopal ihre Auftragnehmer misst und an denen sie von der GSA gemessen wird. Ich weiß nicht wie viele KPIs in den anderen „Gewerken“ berichtet werden. Aber es dürften nicht unbedingt weniger sein.

Die KPIs bestehen häufig aus unterschiedlichen Messwerten. Wie kommt das KPI-Tool an diese Werte?

Die Werte werden automatisiert eingebunden in Digital Fuel und automatisiert ausgewertet.

Kann man ein solches Projekt wie Galileo ohne KPI-Management-Tool noch steuern?

Es geht wahrscheinlich auch ohne, aber es geht besser mit. Stellen Sie sich vor, Sie müssten das über eine Excel-Tabelle steuern. Dazu brauchen sie wahrscheinlich Dutzende Leute. Wenn dann auch noch Übertragungsfehler gemacht werden (was wahrscheinlich ist), dann kann ich mir schon vorstellen, dass es zu Ungenauigkeiten kommen kann.

Christoph Witte arbeitet als Publizist, Sprecher und Berater. 2009 gründete er mit Wittcomm eine Agentur für IT /Publishing/Kommunikation. Dort bündelt er seine Aktivitäten als Autor, Blogger, Sprecher, PR- und Kommunikationsberater. Witte hat zwei Bücher zu strategischen IT-Themen veröffentlicht und schreibt regelmäßig Beiträge für die IT- und Wirtschaftspresse. Davor arbeitete er als Chefredakteur und Herausgeber für die Computerwoche. Außerdem ist Witte Mitbegründer des CIO Magazins, als dessen Herausgeber er bis 2006 ebenfalls fungierte.

Autor:
Christoph Witte