Bike-Websites: Schneller bedeutet häufig beliebter

Der Münchener IT- und Digitaldienstleister amasol hat die Websites von 28 beliebten Online-Fahrrad-Shops mit der APM-Lösung Dynatrace auf ihre Performance geprüft. Ergebnis: Die Leistung der Website ist zwar kein alleiniger Garant für Beliebtheit, aber sie ist ein wichtiger Baustein.

Ambitionierte Biker und Bikerinnen investieren sehr viel Geld in ihre Räder und Ausstattung: Oft ist nur das beste Material für Rahmen, Reifen oder Schaltung gut genug. Außerdem stehen sie auf angesagte Marken – bei den Rädern selbst, aber auch bei Zubehör und Klamotten. Und: Praktisch alle wollen das Gekaufte so schnell wie möglich einsetzen, spätestens jedoch bei der nächsten Tour am kommenden Wochenende.

Natürlich gehen viele Zweiradenthusiast*innen zu ihrem bevorzugten Spezialisten vor Ort. Aber sie kaufen auch sehr viel online ein. Das Angebot an Online-Shops für Räder und Zubehör ist fast unüberschaubar, von Fahrradherstellern über etablierte Händler mit Off- und Online-Präsenz bis hin zu reinen Online-Shops sowie sehr nischigen Spezialanbietern ist im Netz alles vertreten. 

Die Radenthusiast*innen nahmen sich Websites der beliebtesten Fahrrad-Online-Shops vor

Weil Langsamkeit Radfahrer*innen sowieso gegen die Natur geht, ärgern sie holpernde Online-Shops natürlich ganz besonders. Für sie sind Verfügbarkeit, Antwortverhalten und Transaktionsgeschwindigkeit neben der Angebotsvielfalt und Übersichtlichkeit im Shop das A und O.

Das trifft auch für die Radenthusiast*innen bei amasol zu. Der Münchener IT-Dienstleister hat nicht nur eine eigene Radgruppe aufgestellt, sie beteiligt sich auch an verschiedenen sozialen Rennveranstaltungen, zum Beispiel an „Biking 4 Butterfly Children“.
amasol Vorstandsmitglied Frank Jahn, selbst begeisterter Radler, erzählt: „Zu unserer Radgruppe zählen sieben amasol-Kolleg*innen. Und wir alle sind natürlich ungeduldige Online-Käufer*innen. Das heißt, die Shops, die wir gern besuchen, müssen immer verfügbar und schnell sein.“ 

Weil amasol als Systemhaus und Anbieter von Monitoring-Lösungen die Möglichkeit hat, wollten es die IT-Radler*innen genau wissen. Mit der Application-Monitoring-Lösung von Dynatrace setzten sie ein Web-Performance-Monitoring für die beliebtesten Online-Bike-Shops in Deutschland auf. Dabei orientierten sie sich am Ranking des Handelsblatts „Die besten Online-Händler 2021“. Per synthetischem Monitoring wurden die Verfügbarkeit der Webserver und die Seitenladezeiten überprüft. Die Tabelle zeigt die Shops in der Reihenfolge ihrer Beliebtheit bei den vom Handelsblatt befragten Teilnehmer*innen:       

Synthetisch heißt im Fall von Monitoring: Ein Programm simuliert das Nutzungsverhalten einer beliebigen Person und schickt eine Anfrage an den jeweiligen Web-Server. Dann wird die Verfügbarkeit (Availability) gemessen und die Zeit, die es dauert, bis die simulierte Person den ersten Screen der Website komplett „sehen“ (visually complete) kann (ohne zu scrollen).  


 

Software simuliert Nutzung

Eine andere, ebenfalls spannende Messung ist die Zeit, die es dauert, bis die Website dem Nutzer oder der Nutzerin nicht nur angezeigt wird, sondern auch alle Ressourcen zur Verfügung stehen, die er oder sie benötigt, um im Shop zu surfen (total duration). Außerdem checkt Dynatrace, wie lang diese Ladezeiten sind, wenn Nutzer*innen sich über ein mobiles Device einwählen. Für diesen Zweck simuliert die Software in unserem Testfall ein iPhone X mit 4G-Empfang. Sie kann aber sowohl andere Bandbreiten simulieren als auch andere Screen-Größen simulierter Endgeräte.

Verfügbarkeit ist kein Problem, Ladezeiten zum Teil schon

Zunächst einmal zu den gemessenen Werten der Shops: Verfügbar waren alle 28 getesteten Shops zu 100 Prozent. Die Tabelle zeigt die Shops in der Reihenfolge ihrer Ladezeiten (total duration in Sekunden) auf einem simulierten Desktop, also ohne Bandbreitenbeschränkung.


 

Beim visually complete gab es schon beim simulierten Desktop erhebliche Differenzen zwischen dem langsamsten Shop und dem schnellsten: Der schnellste Shop präsentierte im Durchschnitt von 24 Stunden seine Website innerhalb von 0,627 Sekunden. Der langsamste brauchte dafür 7,37 Sekunden, wohlgemerkt im 24-Stunden-Durchschnitt. Die Ladezeiten schwanken zum Teil erheblich, und zwar interessanterweise bei den eher langsamen Seiten. In Sachen total duration war die von Cube Store by Multicycle (multicycle.de) die langsamste Website und die von Stadler (shop.zweirad-stadler.de) die schnellste.

Sehr viele Websites – Fachleute sprechen von bis zu 80 Prozent – werden heute mobil aufgerufen, also vom Smartphone. Deshalb sind die sogenannten mobilen Ladezeiten inzwischen fast wichtiger als die vom Desktop. Auch hier hat amasol den Test gemacht:

Hier hat der Shop von Brügelmann (bruegelmann.de) die Nase vorn. Diese Seite ist innerhalb von sehr annehmbaren 2,4 Sekunden vollständig geladen. Auch in dieser Kategorie ist die Seite von Cube Store (multicycle.de) mit 10,2 Sekunden wieder die langsamste.   


Sieben von zehn beliebten Bike-Shops sind auch schnell

Stellt man die drei Rankings nach Beliebtheit von Handelsblatt, nach Ladezeiten auf dem Desktop (stationär) und nach Ladezeiten auf dem Smartphone gegenüber, lässt sich  zwar kein 100-prozentiger Zusammenhang nachweisen, aber Beliebtheit und Ladezeiten haben trotzdem offenbar viel miteinander zu tun. Von den Top 10 im Handelsblatt Ranking waren fünf auch bei den mobilen und stationären Ladezeiten unter den Top 10. Sieben von den Top 10 auf der Beliebtheitsskala waren zumindest bei einer der beiden Ladezeitkategorien unter den Top 10. Das lässt den Schluss zu, dass beim Online-Einkaufserlebnis nicht nur Produktauswahl, Beratung, schnelle Lieferung und  roblemlose Retouren eine wichtige Rolle für die Nutzer*innen spielen, sondern auch die Ladezeiten der Websites. Wer will schon wie bei Cube mehr als zehn Sekunden warten, bis sich auf dem Handy die Website aufbaut – vor allem dann, wenn es nur darum geht, schnell einen Ersatzschlauch oder einen Bowdenzug zu bestellen.

Christoph Witte arbeitet als Publizist, Sprecher und Berater. 2009 gründete er mit Wittcomm eine Agentur für IT /Publishing/Kommunikation. Dort bündelt er seine Aktivitäten als Autor, Blogger, Sprecher, PR- und Kommunikationsberater. Witte hat zwei Bücher zu strategischen IT-Themen veröffentlicht und schreibt regelmäßig Beiträge für die IT- und Wirtschaftspresse. Davor arbeitete er als Chefredakteur und Herausgeber für die Computerwoche. Außerdem ist Witte Mitbegründer des CIO Magazins, als dessen Herausgeber er bis 2006 ebenfalls fungierte.

Autor:
Christoph Witte